© 2012 Deutscher Bundestag WD 10 - 3000 - 096/12 Spitzensportförderung des Bundes Das System der Zielvereinbarungen vor dem Hintergrund aktueller Sportereignisse Ausarbeitung Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitungen und andere Informationsangebote der Wissenschaftlichen Dienste geben nicht die Auffassung des Deutschen Bundestages, eines seiner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung der Verfasserinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Der Deutsche Bundestag behält sich die Rechte der Veröffentlichung und Verbreitung vor. Beides bedarf der Zustimmung der Leitung der Abteilung W, Platz der Republik 1, 11011 Berlin. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 2 Spitzensportförderung des Bundes Das System der Zielvereinbarungen vor dem Hintergrund aktueller Sportereignisse Verfasser: Aktenzeichen: WD 10 - 3000 - 096/12 Abschluss der Arbeit: 30. Oktober 2012 Fachbereich: WD 10: Kultur, Medien und Sport Telefon: Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 4 2. Grundlagen der öffentlichen Sportförderung 5 3. Fördermaßnahmen des Bundes im Hochleistungssport: Zielvereinbarungen und der Kampf um die Medaillen 7 4. Olympiaanalyse London 2012: Debatte über Neustrukturierung der Förderung 11 5. Schlussfolgerungen für die künftige Ausrichtung des Spitzensportsystems in Deutschland 15 6. Literatur 19 7. Anlagen 24 Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 4 1. Einleitung Sportliche Höchstleistungen sind keine Zufallsprodukte, sondern nicht zuletzt das Ergebnis staatlicher oder sonstiger Fördermaßnahmen. Dabei gelten diese sportlichen Leistungen als ein wichtiger Gradmesser für die nationale Reputation im internationalen Vergleich. Der Hochleistungssport – häufig auch als Spitzensport bezeichnet1 – gilt etwa durch seine mediale Wirksamkeit als eine wichtige Visitenkarte eines Landes. Herausragende Leistungen finden bei Zuschauern, Medien und Sponsoren ein zunehmendes Interesse, wobei die öffentliche Anerkennung von Spitzenleistungen immer mehr von wirtschaftlichen Interessen geprägt wird. Besonders deutlich wird diese Entwicklung bei den herausragenden Sportereignissen auf internationaler Ebene (Olympische Spiele; Weltmeisterschaften).2 In der öffentlichen Debatte, aber auch in fachspezifischer Erörterung, geht es – gerade im zeitlichen Umfeld solcher herausragender Events häufig um das nationale Prestige im Rahmen der Nationenwertung oder auch das Abschneiden in besonders populären Sportarten.3 Nicht zu übersehen ist aber auch, dass sich diese Praxis des olympischen Sports immer weiter von der ursprünglichen Idee der Partizipation in einem Wettstreit von Individuen4 entfernt hat. Spitzensport ist insofern nicht nur ein Sinnbild für individuelle Leistung und menschliches Können, sondern auch Ausdruck des Wettbewerbs zwischen Nationen, bei dem der Gewinn möglichst vieler Medaillen im Vordergrund steht (DE BOSSCHER et al. 2008; KUPER; STERKEN 2001; GREEN; OAKLEY 2001). Hinzu kommen gesellschaftliche Wertvorstellungen , die mit der Ausübung des Leistungssports verbunden werden (etwa Teamgeist, Fairness und Leistungsbereitschaft). Die Förderung des Sports in seinen unterschiedlichen Facetten5 gehört in vielen Staaten zu den Ordnungs- und Verwaltungsaufgaben des Staates. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Förderung des Hochleistungssports. Gefragt sind hierbei vor allem spezifische leistungsfördernde Rahmenbedingungen bzw. Ressourcen, die im jeweiligen Staat bzw. der jeweiligen Gebietskörperschaft für die Erstellung der Leistungen im Spitzensport zur Verfügung gestellt werden. Jedoch sind diese Förderstrukturen in höchst unterschiedliche gesellschaftliche , ökonomische und kulturelle Rahmenbedingungen eingebettet (HOULIHAN und GREEN 2008; 1 Umgangssprachlich wird der Begriff Leistungssport oft mit Hochleistungssport (auch Spitzensport) gleichgesetzt . Hochleistungssport ist jedoch Leistungssport, der mit dem ausdrücklichen Ziel betrieben wird, Spitzenleistungen im internationalen Maßstab zu erzielen. Die Ausübung des Hochleistungssports erfolgt in der Regel in einem von nationalen und internationalen Sportverbänden organisierten und strukturierten Wettkampfsystem . An der Spitze dieses Wettkampfsystems stehen Weltmeisterschaften und Weltcup-Serien sowie in vielen Sportarten die Olympischen Spiele. Im Englischen wird dabei von „top level sports“ oder „elite sports“ gesprochen . 2 Sportliche Großveranstaltungen entfalten in diesem Zusammenhang eine spezifische politisch-ökonomische Dynamik (MAENNIG und ZIMBALIST 2012; PREUß et al. 2009; MITTAG und NIELAND 2011). 3 Dies zeigt sich insbesondere in der Medaillenbilanz bei Olympischen Spielen; vgl. dazu etwa http://www.dosb.de/de/olympia/olympische-news. 4 Die Olympische Charta betont: „The Olympic Games are competitions between athletes in individual or team events and not between countries.“ Die Charta findet sich auf der Internetseite des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) (www.olympic.org). 5 Daneben sieht sich die Politik auch verantwortlich für die Förderung des Breitensports oder auch anderer Bereiche des Sports (etwa Behindertensport, Jugendsport, Schulsport). Ein gemeinsames Merkmal ist aber zumeist das Nebeneinanderbestehen von staatlichen und nichtstaatlichen Strukturen, wobei dem Sport eine mehr oder weniger ausgeprägte Autonomie zukommt. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 5 BERGSGARD u. a. 2007). Eine wesentliche Grundlage für die Ausrichtung des Spitzensports in Deutschland bilden – getragen vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)6 – das Nationale Spitzensportkonzept, das Stützpunktsystem mit Leistungszentren und Olympiastützpunkten sowie das Nachwuchs-Leistungssport-Konzept. Grundlage hierfür ist die am 8. November 2007 zwischen dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem DOSB unterzeichnete Zielvereinbarung hinsichtlich der Zusammenarbeit im Rahmen der Spitzensportförderung. Gegenstand der Zielvereinbarung ist die Abstimmung sportlicher Gesamtzielstellungen, die Aufteilung der vorhandenen Ressourcen und die Festlegung der notwendigen Verfahren. Im Folgenden wird dazu – nach einem kurzen Überblick des deutschen Sportsystems – zunächst das Fördersystem zum Spitzensport in Deutschland erläutert, gefolgt von einer Darstellung der aktuellen Debatte über die Zukunft der Spitzensportförderung. Mögliche Schlussfolgerungen für die künftige Struktur des Spitzensportsystems in Deutschland runden den Beitrag ab. 2. Grundlagen der öffentlichen Sportförderung Die staatliche Sportförderpolitik der Bundesrepublik und damit deren öffentliche Sportverwaltung zeichnet sich durch einige – gerade im internationalen Vergleich – besondere Merkmale aus. Dabei beruht die Sportförderpolitik auf den Prinzipien der „Autonomie des Sports, der Subsidiarität der Sportförderung sowie der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Organisationen des Sports“ (BUNDESREGIERUNG 2002: 4). Die Stärke des deutschen Sports wird nicht zuletzt darin gesehen, dass er sich selbst organisiert und seine Angelegenheiten in eigener Verantwortung selbst regelt. Für den Breitensport sind die wesentlichen Träger des organisierten Sports die Sportvereine, die zumeist in Kreis-, Bezirks- und Landesfachverbänden organisiert sind. Die Bundesfachverbände regeln alle Angelegenheiten ihrer Sportart (z. B. Aufstellung der Nationalmannschaften , Teilnahme an internationalen Wettkämpfen, Durchführung von deutschen Meisterschaften , Länderkämpfen, Europa- und Weltmeisterschaften). Ihnen obliegt auch die Vertretung in den internationalen Föderationen. Die Grundlage ihrer Arbeit ist ein verbandseigenes Regelwerk. Dabei ergeben sich für den Sport als integrierendem Bestandteil der Gesellschaft insbesondere dort Konsequenzen, wo die Vergabe öffentlicher Mittel an die Einhaltung der gesetzlich normierten Rahmenbedingungen geknüpft ist. Für den gesamten Bereich des Sports liegen die Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und Finanzierungszuständigkeiten grundsätzlich bei den Ländern, ein wesentlicher Anknüpfungspunkt für eine Bundesförderung ergibt sich aus seiner Aufgabe für die gesamtstaatliche Repräsentation, die auf dem Gebiet des Sports vornehmlich und prioritär auf den Spitzensport gerichtet ist.7 Dabei zielt die Sportförderung des Bundes darauf ab, eine herausragende Vertretung der Bundesrepublik Deutschland an internationalen Wettbewerben wie den Olympischen und Paralympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften, den Deaflympics der Gehörlosen und den Special 6 DOSB ist der Name des am 20. Mai 2006 gegründeten Sportdachverbandes, der aus der Vereinigung von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) entstand. Der DOSB vertritt somit auch als NOK die deutschen Interessen im IOC. Der DOSB ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Frankfurt am Main (http://www.dosb.de). 7 Vgl. dazu auch ausführlich BUNDESREGIERUNG (2006: 13ff; 2010: 15ff.) sowie STREINZ (2007). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 6 Olympics der geistig Behinderten sicherzustellen. Dazu gehören die Vorbereitung der Athletinnen und Athleten sowie ihre Teilnahme und das Schaffen der dafür notwendigen Strukturen sowie der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Insgesamt ist die öffentliche Sportförderung in Deutschland durch ihre Vielfalt geprägt. Einerseits unterstützt der Staat den Sportbereich durch mittelbare Transferleistungen. Hier verzichtet der Staat auf Einnahmen wie beispielsweise bei der Gewährung von Steuervorteilen für die gemeinnützigen Sportvereine oder bei dem Verzicht auf Einnahmen aus staatlichen Sportwetten und Lotterien zugunsten der Sportanbieter. Andererseits erhält der Sportbereich unmittelbare Transferleistungen, sowohl in realer als auch in monetärer Form. Der Staat trägt die Kosten von Gütern, die er dem Sportbereich weitgehend unentgeltlich zur Verfügung stellt, selbst, was insbesondere bei der umfassenden Bereitstellung der Sportinfrastruktur der Fall ist. Er transferiert aber auch direkt Gelder an die Akteure des Sports, z.B. durch Zweckzuweisungen für den vereinseigenen Sportstättenbau, finanzielle Unterstützung (Beihilfen) bei der Gerätebeschaffung oder anteilige Übernahme von Übungsleiterkosten. Auch beteiligt sich die öffentliche Hand, gerade bei Sport-Großveranstaltungen, an den Risiken der Sportinstitutionen durch die Übernahme von Ausfallbürgschaften oder Defizitgarantien. Zu erwähnen ist im Bereich des Spitzensports auch die Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) wurde 1967 von der Deutschen Olympischen Gesellschaft und dem Deutschen Sportbund gegründet. Sie dient ausschließlich und unmittelbar dem gemeinnützigen Zweck, Sportlerinnen und Sportler, die sich auf sportliche Spitzenleistungen vorbereiten, solche erbringen oder erbracht haben, zum Ausgleich für ihre Inanspruchnahme durch die Gesellschaft und bei der nationalen Repräsentation ideell und materiell durch alle dazu geeigneten Maßnahmen zu fördern. Die DSH unterstützt die Aktiven nicht nur bei der Entwicklung und Erhaltung ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit, sondern gewährt ihnen darüber hinaus soziale Unterstützung, damit sie sich entsprechend ihrer Anlagen, Fähigkeiten und Einsatzfreude in der beruflichen Aus- und Weiterbildung entfalten können. Mit jährlichen Fördergeldern von zehn bis zwölf Millionen Euro leistet sie einen Beitrag zur Vielfalt und Leistungsfähigkeit des deutschen Sports (DEUTSCHE SPORTHILFE 2012).8 Adressat der öffentlichen Förderung sind nahezu ausschließlich die Institutionen des selbstverwalteten Sports. Dieser besteht aus dem Deutschen Olympischen Sportbund als Dachverband und den 16 Landessportbünden und ca. 55 Fachverbänden. Der DOSB finanziert sich – neben den öffentlichen Geldern – durch Mittel der Fernsehlotterie Glücksspirale, die außerdem auch die Landessportbünde und das nationale Olympische Komitee mitfinanziert, zum anderen durch Mitgliedsbeiträge. Der DOSB ist der einzige vom Staat offiziell anerkannte Dachverband des Sports, so dass in erster Linie die Sportverbände und -vereine unter seinem Dach von der öffentlichen Förderung profitieren. Erwerbswirtschaftliche Sportanbieter werden demgegenüber nicht gefördert (LANGER 2006a; 2006b). 8 Die Einnahmen setzen sich aus den Mitteln der Glücksspirale, aus Spenden, Veranstaltungserlösen sowie anderen eigenen Aktivitäten zusammen (http://www.sporthilfe.de/servlet/index?page=86). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 7 3. Fördermaßnahmen des Bundes im Hochleistungssport: Zielvereinbarungen und der Kampf um die Medaillen Die Bundesförderung für den Spitzensport obliegt federführend dem Bundesministerium des Innern. Der Bund unterstützt auf der Grundlage eines vereinbarten Verteilungssystems die Spitzenfachverbände für ihre Arbeit im Hochleistungssport. Dabei soll der Spitzensport gerade durch seine unterschiedlichen Ausprägungen und seiner Vielfalt zu einer beispielhaften Wertevermittlung in Form von Leistung und Leistungsstreben beitragen. Das Bundesministerium des Innern (BMI) stellt den Bundessportfachverbänden Mittel für diesen Zweck im Rahmen der Jahresplanung zur Verfügung. Ein wichtiger Aspekt ist dabei eine ausreichende Versorgung mit technischen Ausrüstungen, Sportgeräten und sonstigen Hilfsmitteln. Hierzu gehören auch die Zuschüsse zur Unterhaltung der Bundesleistungszentren, die Unterstützung von Bundestrainern und hauptamtlichem Personal und die Unterstützung des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft . In diesem Zusammenhang sind die Bundessportfachverbände für die Organisation des Spitzensports in den von ihnen betriebenen Sportarten/ Disziplinen zuständig. Sie arbeiten eng mit anderen fachlichen und überfachlichen Sportorganisationen, vor allem mit den Vereinen und den Verbänden auf Landesebene, mit dem Leistungssportbereich des DOSB und mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) zusammen. Die Bundessportfachverbände verantworten die Aufstellung der Nationalmannschaften, deren Entsendung zu internationalen Wettkämpfen, sowie das Training und die Vorbereitung auf diese Wettkämpfe. Die Förderung der Spitzensportmaßnahmen der Bundessportfachverbände nimmt daher in der Sportförderung des BMI eine zentrale Stellung ein (BUNDESREGIERUNG 2010: 24ff.). Der herausragende Anknüpfungspunkt für eine Bundesförderung ergibt sich somit aus seiner Aufgabe für die gesamtstaatliche Repräsentation, die auf dem Gebiet des Sports prioritär auf den Spitzensport gerichtet ist.9 Dabei zielen die Maßnahmen des Bundes darauf ab, eine herausragende Vertretung der Bundesrepublik Deutschland an internationalen Wettbewerben sicherzustellen . Dazu gehören die Vorbereitung der Athletinnen und Athleten sowie ihre Teilnahme und das Schaffen der dafür notwendigen Strukturen sowie der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine Förderung kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Zuwendungsempfänger ihre eigenen finanziellen Finanzierungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft haben (Subsidiarität der Sportförderung). Das zuständige Bundesministerium des Innern10 betont hierzu das Prinzip der Subsidiarität, wonach förderungsinteressierte Organisationen oder Einrichtungen des Sports zunächst deren eigene Finanzierungsmöglichkeiten ausschöpfen sollen. Betont wird außerdem die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Sport und Staat, die von der Abstimmung in konzeptionellen Fragen über die Erarbeitung gemeinsamer Vorstellungen und konkreter Maßnahmen der Förderung reicht. Zu den Schwerpunkten der Förderung zählen die Bundessportfachverbände und Olympiastützpunkte sowie die Bundesleistungszentren. Hinzu kommen Baumaßnahmen für 9 Zur Spitzensportförderung in Deutschland vgl. KRUG u. a. (2004) sowie EMRICH u. a. (2007; 2008). Vgl. dazu auch die Informationen unter http://www.dosb.de/de/leistungssport. 10 Vgl. dazu die Informationen des BMI unter www.bmi.bund.de. Das geplante Gesamtvolumen der Sportfördermittel des Bundes für 2011 betrug nach Angaben des BMI rund 237 Millionen Euro; der Anteil des BMI daran, inklusive des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und der Bundespolizei, belief sich auf rund 152 Millionen Euro (BMI 2011: 13). Eine Gesamtübersicht der Ausgaben für den Spitzensport für die Haushaltsjahre 2011 bis 2013 finden sich im Schwerpunktpapier des BMI zum Regierungsentwurf 2013 (Anlage 1). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 8 den Leistungssport. Hierbei arbeitet das BMI mit dem DOSB zusammen, der bei Maßnahmen zur Förderung des Leistungssports beratend und koordinierend tätig ist.11 Zusammengefasst ergeben sich daraus folgende Förderschwerpunkte: – Bundessportfachverbände einschl. Leistungssportpersonal (z.B. Trainer, Sportdirektoren u.a.), – Stützpunktsystem (Olympiastützpunkte, Bundesleistungszentren, Bundesstützpunkte), – Sportstättenbau, – Sportwissenschaft, – Nachwuchsleistungssport. Derzeit werden durch das Bundesministerium des Innern folgende Einrichtungen des autonomen Sports gefördert: 31 Bundessportfachverbände mit olympischen Sportarten (24 Sommer- und sieben Wintersportarten), 19 Bundessportfachverbände mit nichtolympischen Sportarten, vier Verbände für Leistungssport von Menschen mit Behinderungen, 6 Verbände mit besonderer Aufgabenstellung , 20 Olympiastützpunkte, 4 Bundesleistungszentren, 5 sonstige Einrichtungen.12 Grundlage hierfür ist die am 8. November 2007 zwischen dem BMI und dem DOSB unterzeichnete Zielvereinbarung hinsichtlich der Zusammenarbeit im Rahmen der Spitzensportförderung.13 Hierin werden notwendige Verfahren beim Abschluss von Zielvereinbarungen des DOSB mit den Spitzenverbänden festgelegt und überprüft. Insbesondere werden auch die Konsequenzen bei Erfüllung und Nichterfüllung von vereinbarten Zielen geregelt. Gegenstand der Zielvereinbarung ist die Abstimmung sportlicher Gesamtzielstellungen, die Aufteilung der vorhandenen Ressourcen und die Festlegung der notwendigen Verfahren.14 Die Gründe hierfür sieht der Deutsche Olympische Sportbund (DSB) „zum einen in der traditionell breit angelegten Leistungssport- 11 Vgl. dazu http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/PolitikGesellschaft/Sport/Sportpolitik/sportpolitik_node.html. 12 Vgl. dazu die Informationen unter www.bmi.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/Themen/PolitikGesellschaft/Sport/Sportfinanzierung.html? nn=102984. 13 Die Zielvereinbarung mit dem BMI gilt bis zum 31. Dezember 2012 (Pressemeldung des DOSB vom 09.11.07). 14 DOSB und BMI vereinbarten dazu im November auf der Grundlage eines neuen Steuerungsmodells für den Leistungssports gemeinsame Ziele für Spitzensportsteuerung (DOSB 2006). Vgl. dazu auch die Informationen unter http://www.dosb.de/de/leistungssport/konzepte/. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 9 förderung in Deutschland und zum anderen in dem neu eingeführten System der Zielvereinbarungen , die der DOSB und die olympischen Spitzenverbände15 miteinander schließen und die nicht nur Ziele definieren, sondern auch die Meilensteine auf dem Weg dorthin.“ (DOSB 2010: 9) Die Zielvereinbarungen zwischen dem DOSB mit den Spitzenverbänden stellen für sich keine Rechtsgrundlage für die Ausschüttung von Fördermitteln des Bundes dar, vielmehr bilden sie die sportfachliche Grundlage für Förderanträge der Bundessportfachverbände.16 Ein wesentliches Ziel besteht in diesem Zusammenhang darin, das Kadersystem weiter zu entwickeln , die Trainings- und Wettkampfforschung, aber auch die Technologieentwicklung zu optimieren und die Rahmenbedingungen für die Trainerqualifizierung zu verbessern (ebd.). Sportfachlich orientieren sich die Spitzensportmaßnahmen an dem vom DOSB erarbeiteten Konzept „Verbandsförderung im olympischen Spitzensport“ vom 8. Dezember 2007.17 Wesentliche Schwerpunkte dieses Konzepts liegen in einer Zusammenfassung der bisherigen Förderbereiche „Leistungssportpersonal“ sowie der bislang in einer Sockelförderung zusammengefassten Bereiche „Trainings- und Lehrgangsmaßnahmen sowie Sichtungsveranstaltungen“ in eine „Grundförderung “. Damit sollen die Bundessportfachverbände im Sinne einer Grundausstattung in die Lage versetzt werden, ihre leistungssportliche Grundstruktur im olympischen Zyklus zu sichern. Damit die Bundessportfachverbände im Sinne einer Top-Team-Förderung vorhandene Medaillenpotentiale stabilisieren oder zusätzliche Medaillenpotentiale entwickeln können, werden über die Grundförderung hinaus projektbezogen zusätzliche Maßnahmen bezuschusst. Grundlage der Leistungssportförderung sind in dem von der Mitgliederversammlung beschlossenen Steuerungsmodell die Zielvereinbarungen, die der DOSB mit jedem einzelnen olympischen Spitzenverband geschlossen hat. Der Förderumfang orientiert sich dabei an den Ergebnissen der Zielvereinbarungen des DOSB mit den Bundessportfachverbänden, die erstmalig im Wintersport für den Zyklus bis 2010 und im Sommersport für den Zyklus 2008 bis 2012 bzw. 2014 vereinbart worden sind: Der DOSB hat 2008 mit allen olympischen Sommersportverbänden Zielvereinbarungen getroffen mit dem übergeordneten strategischen Ziel, bei den Olympischen Spielen in London 2012 Platz fünf in der Nationenwertung zu erreichen. Mit den Wintersportverbänden sind sie bereits nach den Olympischen Winterspielen von Vancouver für den Vierjahres-Zeitraum bis Sotschi 2014 abgeschlossen 15 Für die nichtolympischen Spitzenverbände erfolgt anstelle von Zielvereinbarungen eine individuelle Beratung. Seit 2006 ist die „Fördersystematik für den nichtolympischen Spitzensport" in Kraft, die alle als förderungwürdig eingestuften und vom Bundesministerium des Innern (BMI) als förderungsfähig anerkannten nichtolympischen Verbände für Maßnahmen im Rahmen der Jahresplanung berücksichtigt (www.dosb.de/de/leistungssport/konzepte). Für die nichtolympischen Sportarten sind die jeweils im Jahr nach Olympischen Spielen stattfindenden World Games der wichtigste Ziel-Wettbewerb. Die nächsten World Games werden im Sommer 2013 in Cali (Kolumbien) stattfinden (http://worldgames2013.com.co/en). 16 Vgl. dazu Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Bergner (BMI) vom 9. Juni 2011 zu einer schriftlichen Frage des Abgeordneten Martin Gerster (SPD) (BT-Drs. 17/6541: 17). 17 Das Förderkonzept 2012 („Verbandsförderung im olympischen Spitzensport“) bildet die Grundlage für eine zielorientierte Spitzensportförderung, die das Ansehen und den Leistungsstand des deutschen Hochleistungssports im internationalen Vergleich aufrechterhalten und ausbauen soll. Es enthält zugleich die Grundstruktur der Zielvereinbarungen mit den Fachverbänden. Vgl. dazu die Informationen unter www.dosb.de/de/leistungssport/konzepte. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 10 worden. Die Entscheidungskompetenz über die Förderung des Spitzensports obliegt nach Auffassung des BMI nicht dem DOSB/Geschäftsbereich Leistungssport; dieser gibt lediglich ein sportfachliches Votum ab. Über die Bereitstellung von Fördermitteln für den Spitzensport entscheidet das Bundesministerium des Innern. Dabei werden nach Darlegung des BMI neben dem sportfachlichen Votum des DOSB auch andere Kriterien herangezogen, etwa die allgemeine Verteilung der Haushaltsmittel oder die Vermögenssituation eines Bundessportfachverbandes. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist nach Auffassung des BMI darüber hinaus das jeweilige Bundesinteresse.18 Zielvereinbarungen werden jeweils für einen olympischen Zyklus ausgehandelt.19 Verbandsbezogen wird dabei festgelegt, in welche Richtung sich die jeweilige Sportart bzw. Disziplin weiterentwickeln soll, projektiert wird außerdem, wie viele Medaillen bei der nächsten Olympiade angestrebt werden.20 Die im Jahr 2007 (Wintersport) bzw. 2008 (Sommersport) festgelegten Zielvereinbarungen zwischen den olympischen Spitzenverbänden und dem DOSB werden im Anschluss an den jeweiligen Zielwettkampf (OS Vancouver 2010/OS London 2012) analysiert und nach dem Grad der jeweiligen Zielerreichungen beurteilt.21 Das Konzept der Zielvereinbarungen soll den Veränderungen im Spitzensport Rechnung tragen, insbesondere der zunehmenden Professionalisierung und Kommerzialisierung sowie der Ausweitung der Wettkampfsysteme. Es entspricht damit den Förderkriterien und Prioritäten des Leistungssportprogramms des BMI.22 Die Umsetzung dieser Vereinbarung wurde begleitet durch sogenannte Meilensteingespräche,23 bei denen die Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Leistungssport des DOSB gemeinsam mit den Fachleuten aus den jeweiligen Verbänden die Ziele und Zwischenziele analysierten und modifizierten. Das gilt auch für die Umsetzung und Begleitung 18 Vgl. dazu Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Bergner (BMI) vom 9. Juni 2011 zu einer schriftlichen Frage des Abgeordneten Martin Gerster (SPD) (BT-Drs. 17/6541: 18). 19 Ein Muster der Zielvereinbarungen mit den Sportfachverbänden im Bereich des Sommersports findet sich unter http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/02/zielvereinbarungen-praes-022009.pdf (Anlage 2) 20 Vgl. dazu die Übersicht unter http://verlag2.faz.net/dynamic/Sport/1008_Medaillenziele.pdf (Anlage 3). 21 So wurde etwa im Jahr 2010 aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundesverwaltungsamt (BVA) für die Olympischen Sommersportverbände finanzielle Probleme sowohl bei den Projektmitteln der Jahresplanung als auch beim Leistungssportpersonal und für Europa- und Weltmeisterschaften ausgeglichen (DOSB 2010: 32). 22 Die Förderung durch das BMI erfolgt auf der Grundlage des „Programms des Bundesministeriums des Innern zur Förderung des Leistungssports sowie sonstiger zentraler Einrichtungen, Projekte und Maßnahmen des Sports auf nationaler und internationaler Ebene mit Rahmenrichtlinien (Leistungssportprogramm – LSP) vom 28. September 2005“ (GMBl. 2005 S. 1270) sowie den Förderrichtlinien Verbände, den Förderrichtlinien Stützpunktsystem , den Förderrichtlinien Akademien/Maßnahmen sowie den Förderrichtlinien Sportstättenbau vom 10. Oktober 2005 (BMI 2005; 2011). Die Förderung durch das BMI basiert dabei auf dem Einzelplan 06 bei Kapitel 0602 Titelgruppe 01 - Sportförderung - auf der Grundlage der §§ 23, 44 BHO i.V.m. den entsprechenden Verwaltungsvorschriften mit Anlagen. Vgl. dazu auch ausführlich die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der SPD „Spitzensportförderung der Bundesregierung“ (BT-Drs. 17/9827, 30.05.12; Anlage 4). 23 Vgl. zu den Meilensteingesprächen im Jahr 2010 und 2011 die jeweiligen Berichte des Präsidiums des DOSB (DOSB 2011: 24ff.; DOSB 2010: 32ff.). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 11 der Kooperationsvereinbarungen, die der DOSB mit dem Institut für angewandte Trainingswissenschaften (IAT), dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) und den Olympiastützpunkten (OSP) geschlossen hatte (DOSB 2011: 8). Grundlage für die Förderung sind zunächst die sogenannten Strukturpläne. Sie regeln die Organisation des Spitzensportes des jeweiligen Bundessportfachverbandes, z. B. Art und Umfang der Trainingsmaßnahmen, Schwerpunkte des Trainingsansatzes, Trainerorganisation, Talentsuche /Talentförderung, Trainingszentren. Die Strukturpläne werden jeweils für den Zeitraum einer Olympiade aufgestellt. Die Vergabe von Sportfördermitteln erfolgt aufgrund einer von dem jeweiligen Bundessportfachverband vorgelegten und mit BMI und DOSB abgestimmten Jahresplanung , in der die Aufwendungen für die förderfähigen Leistungssportmaßnahmen aufgeführt sind. Für diese Jahresplanung erhalten die olympischen Bundessportfachverbände als Zuwendung im Wesentlichen eine für den olympischen Zyklus von vier Jahren festgelegte Grundförderung , die ihnen weitgehend eigene Entscheidungen und Flexibilität bei der Umsetzung der Jahresplanung belässt. Über die Grundförderung hinaus werden im Sinne einer Top-Team- Förderung auf der Grundlage der Ergebnisse der Zielvereinbarungen des DOSB mit den Bundessportfachverbänden jeweils gesondert Mittel, wie z. B. für die Teilnahme an Welt- und Europameisterschaften, bereitgestellt.24 Die Förderung der nichtolympischen Bundessportfachverbände erfolgt in der politischen Zielsetzung nachrangig. Die Bundessportfachverbände arbeiten eng mit den Vereinen und Landesverbänden, der Stiftung Deutsche Sporthilfe sowie dem Deutschen Olympischen Sportbund zusammen.25 4. Olympiaanalyse London 2012: Debatte über Neustrukturierung der Förderung Nach den olympischen Spielen in London26 ist eine intensive Debatte über Umfang, Struktur und Zielsetzung der Spitzensportförderung in Deutschland entstanden. Zum einen ging es um die Entwicklung des Gesamtvolumens der öffentlichen Unterstützung des Hochleistungssports, beispielsweise im Vergleich mit entsprechenden Maßnahmen in anderen Ländern, aber auch um die Entwicklung der Förderung einzelner Sportarten. Entzündet hatte sich die Debatte zunächst vor dem Hintergrund des Abschneidens der Athleten bei den Londoner Spielen. In einer Analyse des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) und dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) wurde zunächst festgestellt, dass es derzeit sechs führende Nationen im Olympischen Sommersport gebe, zu denen Deutschland in der Nationenwertung an sechster Stelle gehöre (IAT/FES 2012). Die Platzierungen in den Medaillenwertungen der einzelnen olympischen Sportarten verdeutlichten, dass die führenden sechs Länder China, USA, Großbritannien, Russland, Südkorea und Deutschland besonders gut in den olympischen 24 Die Konzeption der Zielvereinbarungen findet sich im Papier „Verbandsförderung im olympischen Spitzensport “ (2007) des DOSB (Anlage 5). 25 Das Bundesministerium des Innern förderte 2010 insgesamt 50 Bundessportfachverbände mit rund 54 Millionen Euro. Dieser Betrag ging an 31 olympische (24 Sommer- und 7 Winter sportfachverbände) und 19 nichtolympische Bundessportfachverbände (BMI 2011: 19). 26 Vgl. dazu auch den Leitfaden DOSB-Olympia-Top-Team 2012: Auf dem Weg nach London (DOSB 2012); das Dokument findet sich in Anlage 6. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 12 „Kernsportarten“ (Leichtathletik, Schwimmen und Gerätturnen) platziert seien (Ausnahmen: Großbritannien und Deutschland im Schwimmen sowie Südkorea und China in der Leichtathletik ). Die größten Steigerungsraten in den führenden Ländern gegenüber den Olympischen Spielen 2008 (anhand der Plätze 1-8) erreichten dabei Großbritannien als Olympiagastgeber (40 %), Ungarn (20 %) und Japan (17 %), gefolgt von Deutschland mit 12 Prozent Zuwachs gegenüber den vorangegangen olympischen Sommerspielen. Die größten Einbußen unter den vormals international führenden Ländern verzeichnen Australien (-18 %), Frankreich (-14 %) sowie China (-13 %). Gleichzeitig wurde aber betont, dass trotz des guten Abschneidens bei den Spielen eine Vielzahl deutscher Sommersportarten inzwischen den Anschluss an die Entwicklung im Weltsport verlöre. Die Leistungsentwicklung weise in einer Vielzahl von Sportarten, eingeleitet im Olympiazyklus 1992-1996 und fortgesetzt in den nachfolgenden Olympiazyklen, einen Abwärtstrend auf, der inzwischen zu einer Stabilisierung auf vergleichsweise niedrigem Niveau geführt habe. Defizite im Leistungsstand sowie Stagnationen bzw. Rückgänge in der Erfolgsbilanz gebe es insbesondere in den medaillenträchtigen Sportarten Leichtathletik in den Lauf- /Gehdisziplinen, Schwimmen, Wasserspringen, Schießen, Gewichtheben, Segeln, Ringen und Boxen. Eine zusätzliche Problematik sei, dass sich mehrere Sportspielarten nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert hätten (ebd.).27 Als Ursachen für diese Probleme im Leistungsstand sowie Stagnationen bzw. Rückgängen in der Erfolgsbilanz werden insbesondere eine Reihe von Defiziten im Trainingssystem genannt (ebd: 4ff.), problematisch sei jedoch auch die grundsätzliche Ausrichtung der Spitzensportförderung. Gerade das Vorgehen Deutschlands, in der kompletten Breite der olympischen Sportarten zu fördern, erfordere einen sehr hohen finanziellen Aufwand, der inzwischen kaum noch gedeckt werden könne. Sollten diese finanziellen Mittel nicht vorhanden sein, sei eine stärkere Prioritätensetzungen unvermeidlich, um in den verbleibenden Sportarten und Disziplinen den Anschluss an die Weltspitze zu ermöglichen. Gerade bei den erfolgreichen Ländern werde eine deutliche Prioritätensetzung schon jetzt praktiziert. Dabei gebe es bei den führenden und auch bei einigen aufstrebenden Sportnationen einen nicht zu übersehenden Trend zur zentralen, professionellen Koordinierung des Spitzensports sowie zur Konzentration auf medaillenträchtige und traditionelle Sportarten (ebd.).28 27 Demgegenüber wurden die Ergebnisse von London vom DOSB deutlich positiver beurteilt: Die Deutsche Olympiamannschaft hat in London ihr Ziel erreicht: „Mit 44 Medaillen – elf Gold, 19 Silber und 14 Bronze – errang sie drei Medaillen mehr als vier Jahre zuvor in Peking. Nach der Zahl der Medaillen verteidigte sie nach den USA (104), China (87), Russland (82) und Großbritannien (65) den fünften Platz. Legt man die Zahl der Goldmedaillen zugrunde, landete sie mit elf Goldmedaillen (gegenüber 16 in Peking) nach den USA (46), China (38), Großbritannien (29), Russland (24) und Korea (13) auf dem sechsten Platz in der inoffiziellen Nationenwertung. Eine deutliche Steigerung gab es hinsichtlich der Finalplätze (eins bis acht): Gegenüber 110 Plätzen in Peking erzielten wir in London 125 – eine Steigerung um 17 Prozent. Zum ersten Mal seit den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gelang es, mehr Medaillen zu gewinnen als bei den Spielen zuvor. Dieser Erfolg ist angesichts der äußeren Rahmenbedingungen bemerkenswert.“ (Erklärung des DOSB-Präsidiums vom 18. September 2012). 28 Entsprechend sinke der sogenannte Wirkungsgrad seit den Olympischen Spielen 2000 von 11,2 % über 9,6 % (2004); auf 8,1 % (2008). 2012 sei mit 44 Medaillen bei 496 theoretischen Medaillenmöglichkeiten für ein Land ein leicht erhöhter Wirkungsgrad von 8,9 % erreicht (im Vergleich Großbritannien 13%) (IAT/FES 2012: 4); das Dokument findet sich als Anlage 7. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 13 Nach dem unerwarteten Ausbleiben von Medaillen-Erfolgen in einigen Sportarten setzte bereits während der Olympischen Spiele in London eine intensive öffentliche Debatte über die Förderstrukturen des Hochleistungssports ein. Auf den Prüfstand gestellt wurden dabei auch das Modell der deutschen Spitzensportförderung sowie das System der Zielvereinbarungen zwischen DOSB und den Sportfachverbänden.29 Mehrere Problembereiche in dieser Debatte über die künftige Ausrichtung der Unterstützung des Hochleistungssports in Deutschland sind dabei sichtbar geworden: – Kritik an eng gefasster Medaillenorientierung: Während etwa im IAT/FES-Papier eine klare Orientierung am grundlegenden Ziel der Maximierung der Medaillenerfolge in olympischen und paralympischen Wettbewerben deutlich wird, geht es anderen Akteuren aus Sport und Politik um weitergefasste sportpolitische Zielsetzungen. Sichtbar wird dies insbesondere in einer Stellungnahme des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), die sich gegen eine Verabsolutierung des olympischen Medaillengewinns richtet. Betont wird vor allem, dass die Fördermaßnahmen immer auch die in der jeweiligen Sportart erzielbaren Breitensportwirkungen berücksichtigen müssten. Deshalb gehe es darum, für die Fördermaßnahmen ein Bewertungssystem zu schaffen, das die gesellschaftliche Bedeutung, aber auch die Verbreitung der jeweiligen Sportarten berücksichtigt. Dies bedeutet, dass auch die Zahl der Wettbewerber in der jeweiligen Sportart eine Rolle spielen solle. Auch müsse in diesem Zusammenhang eine allzu enge Orientierung an olympischen Medaillen überwunden werden. Dringend geboten sei es, bei den Förderkriterien auch die Resultate von globalen Wettkämpfen wichtiger Sportarten außerhalb der Olympischen Spiele zu berücksichtigen . Schließlich sei es auch notwendig, in einem überarbeiteten Fördersystem die in den Sportarten jeweils insgesamt oder von einem Athleten maximal erzielbaren Medaillen angemessen zu gewichten (besonders deutlich bei einem Vergleich von Handball gegenüber der Vielzahl von Schwimmdisziplinen).30 Der DOSB hat dazu in ersten Bewertungen und Schlussfolgerungen nach den olympischen Spielen von London betont, auch künftig keine zu enge Konzentration auf einzelne Sportarten vorzunehmen. Vielmehr soll an der Förderung der ganzen Breite der Olympischen Sportarten festgehalten werden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit insgesamt abzusichern.31 – Überprüfung der Zielvereinbarungen. Die Zielvereinbarungen, die einerseits mit dem Bundesinnenministerium und andererseits mit sämtlichen olympischen Spitzenverbänden jeweils über einen olympischen Zyklus geschlossen worden sind, gelten im Sommersport noch bis Ende 2012. Für die darauffolgende Olympiade, d. h. für den Zeitraum von 2013 29 Auch auf parlamentarischer Ebene werden kritische Positionen vertreten. Vgl. dazu einen Bericht zur Sitzung des Bundestagssportausschusses vom 26. September 2012 zum Umgang mit den Zielvereinbarungen zwischen Bundesinnenministerium (BMI) und DOSB sowie zur generellen Ausrichtung der Spitzensportförderung (www.bundestag.de/presse/hib/2012_09/2012_420/02.html). 30 Vgl. dazu das Schreiben des DTTB vom 24. September 2012 an führende Sportpolitiker sowie eine Analyse einschließlich einer Übersicht über die Förderung ausgewählter olympischer Sportarten mit dem Titel „Dient unsere Leistungssportförderung den gesellschaftspolitischen Interessen des Landes?“, abrufbar unter www.tischtennis.de/aktuelles/meldung/13545. Das Dokument findet sich in Anlage 8. 31 Vgl. dazu die Erklärung des DOSB-Präsidiums nach der 53. Sitzung in Frankfurt vom 18. September 2012 (Anlage 9). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 14 bis 2016, müssen deshalb neue Regelungen gefunden werden.32 Zunächst bedeutet dies, dass für die Ende 2012 auslaufende Zielvereinbarung zwischen BMI und DOSB eine Anschlussregelung gefunden werden muss. Dazu soll das Konzept zur Zukunftsfähigkeit der Spitzensportförderung, das der DOSB mit dem BMI Anfang 2007 abgestimmt hatte,33 aktualisiert und fortgeschrieben werden, um damit eine hinreichende Finanzierung des Spitzensports in den kommenden Jahren sicherzustellen. Künftig soll jedoch nicht mehr von einer Zielvereinbarung gesprochen werden, vielmehr soll es nunmehr eine sogenannte Fördervereinbarung geben.34 Das gleiche gilt auch für die Vereinbarungen zwischen DOSB und den Sportfachverbänden, die ebenfalls erneuert werden. So betont der DOSB, dass die Vereinbarungen weder Verbandsvorgaben noch individuelle Medaillenprognosen oktroyierten sollen, sondern vor allen dazu dienten, frühzeitig Potentiale in den einzelnen Sportarten und Disziplinen festzustellen. Der DOSB wird dazu die Ergebnisse von London in den kommenden Monaten gemeinsam mit den olympischen Sommersportverbänden auswerten und dabei insbesondere die Gründe für das Abschneiden nach Sportarten und Disziplinen analysieren.35 Vorgesehen sind keine einseitigen Vorgaben, sondern gemeinsame Einschätzungen der Chancen für die kommende Sommerolympiade auf der Grundlage der jetzt festgestellten und künftig zu erwartenden Leistungsentwicklung in den Verbänden.36 – Stärkere Betonung von Offenheit und Transparenz. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will, soweit dies gegenwärtig erkennbar ist,37 am bisherigen Modell der Förderung sowie am System der Zielvereinbarungen als wesentliche Steuerungsinstrumente für den Hochleistungssport prinzipiell festzuhalten. Dennoch deuten sich an einigen Stellen Änderungen des bisherigen Verfahrens an. So stellt sich insbesondere die Frage, inwieweit den Forderungen aus Öffentlichkeit, Sportverbänden und Bundestag nach stärkerer Transparenz der Entscheidungsprozesse künftig gefolgt wird. So hat etwa die Fraktion der SPD in einem Antrag an den Bundestagssportausschuss die Bundesregierung aufgefordert, die Zielvereinbarungen, die zwischen DOSB und Sportfachverbänden geschlossen werden, 32 Vgl. dazu auch das Arbeitsprogramm des DOSB für 2011 bis 2014 (Anlage 10). 33 Das Konzept zur Zukunftsfähigkeit der Spitzensportförderung ist ein Stufenplan (Fünf-Jahres-Konzept), der in jährlichen Etappen eine Erhöhung der Haushaltsmittel für den Titel „Zentrale Maßnahmen“ von insgesamt 40 Millionen Euro vorsieht (Anlage 10). 34 „Wir werden an dieser Maßnahme festhalten, aber den Namen ändern und künftig von einer Fördervereinbarung sprechen", erklärte DOSB-Präsident Bach bei der Abschluss-Pressekonferenz bei den Olympischen Spielen in London am 11. August 2012. 35 Geprüft werden soll in diesem Zusammenhang auch, welchen Methoden die besonders erfolgreichen Verbände genutzt haben und inwieweit diese Methoden übertragbar sind. Die Gespräche hierüber sollen nach Möglichkeit bis März 2013 abgeschlossen sein und in neue Vereinbarungen für Rio de Janeiro 2016 münden (vgl. Anlage 9). 36 Thematisiert werden damit auch die jährlichen Meilensteingespräche, mittels derer die Zielvereinbarungen konkretisiert und justiert worden sind. Das gleiche gilt für die Festlegung und Umsetzung von Kooperationsvereinbarungen, die der DOSB mit dem Institut für angewandte Trainingswissenschaften (IAT), dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) und den Olympiastützpunkten (OSP) abschließt (DOSB 2011: 101ff.). 37 Endgültig sichtbar wird der künftige Kurs für die Steuerung des Spitzensports voraussichtlich erst im Bericht des DOSB-Präsidiums im Rahmen der Mitgliederversammlung im Dezember 2012 werden. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 15 dem Sportausschuss grundsätzlich zugänglich zu machen. Begründet wird diese Forderung vor allem damit, dass nach Auffassung der SPD-Fraktion die Vereinbarungen zentrale politische Steuerungsinstrumente darstellten, durch die das Haushaltsrecht des Bundestages berührt werde. Deshalb könne, wenn der Sorgfaltspflicht bei der Kontrolle des Bundeshaushaltes entsprochen werden soll, auf eine Offenlegung der Zielvereinbarung nicht verzichtet werden.38 Zudem haben zwei Journalisten auf Veröffentlichung der Zielvereinbarungen geklagt und am 31. Juli 2012 durch das Verwaltungsgericht Berlin die Offenlegung erzwungen.39 Auch aus diesem Urteil geht hervor, dass die Zielvereinbarungen eine wichtige Grundlage für die staatliche Förderung des Hochleistungssports in Deutschland sei. Die Vereinbarungen seien zudem von Bedeutung für die Beurteilung der Effektivität der öffentlichen Förderung des Spitzensports. Festgestellt wird außerdem, dass der Schutz von Geschäftsgeheimnissen (betont von BMI und DOSB) gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Offenlegung zurückzutreten habe. Im Antrag der SPD-Fraktion wird auf hierauf Bezug genommen und festgestellt, dass es auch für die parlamentarische Kontrolle unverzichtbar sei, eine entsprechende Transparenz gegenüber dem Bundestagsausschuss herzustellen .40 5. Schlussfolgerungen für die künftige Ausrichtung des Spitzensportsystems in Deutschland Eine ausreichende öffentliche Förderung des Spitzensports und die zielgerechte Zuordnung der Finanzmittel auf die jeweiligen Sportarten sind jedoch nur ein Element eines erfolgreichen Sportsystems. Für das Erreichen der Leistungsport-Ziele geht es auch darum, das gesamte Netzwerk der beteiligten Akteure optimal zu gestalten. Die betrifft nicht zuletzt eine ausreichende wissenschaftliche Unterstützung des Hochleistungssports. Für die prozessbegleitende Trainingsund Wettkampfforschung und wissenschaftsorientierte sowie sportmedizinische Beratung und Betreuung steht für den deutschen Sport das „Wissenschaftliche Verbundsystem Leistungssport“ (WVL) zur Verfügung. Es verfolgt das Ziel, mit einer effektiven und effizienten wissenschaftlichen Unterstützung die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Spitzensports zu sichern und auszubauen.41 Dem wissenschaftlichen Verbundsystem gehören neben dem DOSB das BMI, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp), die sportwissenschaftlichen Institute, die 38 Vgl. dazu die Ausschuss-Drucksache 17(5)143 vom 25. September 2012 („Antrag zur Veröffentlichung der Zielvereinbarungen“) 39 Vgl. dazu den Beitrag von Niklas Schenck und Daniel Drepper vom 2. August 2012 im WAZ-Recherche-Blog, abrufbar unter http://www.derwesten-recherche.org/2012/08/olympia-gericht-entscheidet-fur-unsmedaillenziele -werden-offentlich. 40 Zum Auskunftsanspruch aus dem parlamentarischen Informationsrecht vgl. Ausarbeitung WD 10-3000-101/12 zu den parlamentarischen Auskunftsrechten hinsichtlich der Zielvereinbarungen. 41 Oberstes Steuerungsgremium im WVL ist der im Februar 2006 konstituierte Strategieausschuss. Er setzt sich aus je einem Vertreter von BMI, DOSB/GL, BISp, FES, IAT, Trainerakademie Köln, der Olympiastützpunkte, zwei Vertretern der wissenschaftlichen Koordinatoren der Sportfachverbände (je einer aus Winter- und Sommersport), sowie zwei Vertretern der Wissenschaft zusammen. Am 18. März 2008 verabschiedete der Strategieausschuss das langfristige strategische Forschungsprogramm für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport (BUNDESINSTITUT FÜR SPORTWISSENSCHAFT 2008). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 16 Bundessportfachverbände, das FES, das IAT, die Olympiastützpunkte (OSP) und die Trainerakademie Köln des DOSB (TA) an. Innerhalb dieses Systems sollen künftig die Ressourcen zur prozessbegleitenden Projekt- und Technologieforschung in einem Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport (FSL) gebündelt werden. Außerdem geht es um die effektive Gestaltung der Kooperationsvereinbarungen mit den Olympiastützpunkten für den nächsten olympischen Zyklus.42 Dabei sollen mit der Einführung von Coach-Net sowie der Verstärkung des Wissenstransfers etwa trainingswissenschaftliche Erkenntnisse der praxisorientierten Forschung des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) und des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) unter Nutzung weiterer sportwissenschaftlicher Institute effektiver in die Trainingspraxis einfließen. Inwieweit die angestrebten Verbesserungen in der sportlichen Praxis zum Erfolg führen, wird sich bei den kommenden Wettbewerben auf internationaler Ebene zeigen.43 Ohnehin wird mit den Medaillenbilanzen des Hochleistungssports nicht mehr – wie etwa zu Zeiten des Kalten Krieges – die Stärke der Systeme dokumentiert, vielmehr gilt es über den Ausweis internationaler sportlicher Erfolge die Leistungsstärke der nationalen Gesellschaft herauszustellen und zugleich ökonomische Interessen zu berücksichtigen. Staaten und ihre Wirtschaften versuchen über unterschiedliche Wege und Maßnahmen, ihre Sportler zu stärken, und die Organisation des Sports so umzubauen, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Sport und über den Sport hinaus gestärkt wird. Dies zeigt sich nicht zuletzt bei den zu beobachtenden Anstrengungen, neue Talentfördersysteme einzurichten, in Trainingszentren Athleten auszubilden, anspruchsvolle Wettkampfstätten zu bauen und nicht zuletzt Ausrichter internationaler Sportgroßveranstaltungen zu werden, um auf diese Weise sich national oder in der Weltöffentlichkeit darzustellen (BÜCH u. a. 2012). Jedoch zeigen empirische Untersuchungen, dass die Gründe für den Medaillenerfolg bei Sportwettwerben damit noch nicht ohne weiteres auf der Hand liegen. Wird die Gesellschaft in ihren wichtigsten Merkmalen in die Interpretation mit einbezogen, so zeigen sich jeweils dominante nationale Kulturen, die einen Einfluss zu Gunsten oder zu Lasten des Hochleistungssports ausüben, auch wenn zunächst die grundlegenden sozioökonomischen Daten (z. B. Bevölkerungsentwicklung , ökonomische Leistungsfähigkeit eines Landes) wichtige Determinanten für den Erfolg bei Sportwettbewerben darstellen (BERNHARD; BUSSE 2004; OAKLEY; GREEN 2001).44 Hieraus ergibt sich allerdings noch kein konsistentes Bild, jedoch wird vielfach davon ausgegangen, dass diese grundlegenden sozioökonomischen Faktoren die „Normalausstattung“ mit ökonomischen, sozialen und kulturellen Ressourcen für den Hochleistungssport darstellen.45 Für das Sportfördersystem in Deutschland stellt sich aber zugleich die Frage, welche Effektivität (Grad der Zielerreichung) und welche Effizienz (Input-Output-Relation und Frage des Nutzens 42 Das Stützpunktkonzept mit den Strukturelementen der Olympiastützpunkte, Bundesstützpunkte und Bundesleistungszentren zielt darauf ab, optimale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche leistungssportliche Karriere der Athletinnen und Athleten zu schaffen (http://www.dosb.de/de/leistungssport/konzepte). 43 Nach der Olympiade in London 2012 geht es zunächst um die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 (www.sochi2014.com/en), näher rücken auch die Sommerspiele von Rio 2016 (www.rio2016.org/en). 44 Vgl. dazu auch DE BOSSCHER u. a. (2006, 2008, 2009), ANDREFF und ANDREFF (2010), FORREST, SANZ und TENA (2010) sowie KUPER und STERKEN (2012). 45 Vgl. dazu auch die Ausführungen von MAENIG und WELLBROCK (2008). Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 17 der alternativen Verwendung eingesetzter Mittel) mit den vorhandenen institutionellen Ressourcen erreicht werden können. Wie PITSCH und EMRICH (2008) vor einigen Jahren betonten, lag – gemessen an den sozio-ökonomischen Normalbedingungen – das Erfolgsniveau der deutschen Athleten bei den Olympischen Sommerspielen von 2004 (ebenso wie die Werte von 1996 und 2000) deutlich über dem erwartbaren Normalwert. Auch bezogen auf die Winterspiele 2002 und 2006 liegt Deutschland diesem Befund entsprechend über dem vorhergesagten Wert. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die verbreitete Einschätzung (die gewöhnlich mit einem mangelhaften Erfolgsniveau begründet wird, das Fördersystem in Deutschland sei dringend reformbedürftig ), sich nicht bestätigen lasse. Die spannende Frage ist, mit welchen Maßnahmen eine weitere Steigerung des Erfolgsniveaus – etwa durch die Intensivierung des vorhandenen sportpolitischen Instrumentariums – erreichbar ist. Nach den Erfahrungen der Olympischen Spiele von London 2012 werden nun erneut Antworten gesucht. Neben dem bereits oben referierten Positionspapier von IAT und FES, das sich vor allem mit konstatierten Leistungsrückgängen in verschiedenen Sportarten beschäftigt und dafür plädiert, Forschung und Entwicklung im Sportsektor auszubauen sowie die wissenschaftliche Begleitung des Trainings- und Wettkampfprozesses zu optimieren (IAT/FES 2012), können auch die Olympiaanalysen des IAT zu Rate gezogen werden.46 Die untersuchten Länder gehören zu den Hauptkonkurrenten Deutschlands um einen Platz unter den führenden Sportnationen (USA, Großbritannien, Russland und Frankreich) und alle vier Länder konnten bei den Londoner Spielen 2012 wieder einen Platz in den Top Ten der Medaillenwertung erkämpfen. Eine erste Erkenntnis sei, dass in den untersuchten und auch weiteren Ländern die herausragende Rolle der Olympischen Spiele in der öffentlichen Wahrnehmung des nationalen und internationalen Leistungssports und auch im politischen System in großem Maß anerkannt werde. Daraus resultierten die Bereitschaft und der Wille, die olympischen Mannschaften und ihre Athleten optimal auf den Wettkampf vorzubereiten. Hinzu komme eine großzügige finanzielle Ausstattung der Leistungssportsysteme und der sie tragenden institutionellen Strukturen: In nicht wenigen Ländern sei es im Olympiazyklus 2008-2012 gelungen, das Niveau der finanziellen Unterstützung des Leistungssports spürbar zu steigern (so etwa in z. B. Großbritannien , Japan, Brasilien). Die Analysen legen den Befund nahe, dass in allen führenden Ländern bestehende Fördersysteme optimiert und einzelne Strukturelemente weiterentwickelt worden sind. Gerade im Ausrichterland der Olympischen Spiele 2012 ist dies am umfangreichsten und konsequentesten vorangetrieben worden. Hinzu komme in vielen dieser Länder eine medaillenmaximierende Strategie im Hinblick auf die Auswahl der förderungswürdigen Sportarten.47 Hier gilt vor allem Großbritannien als konsequentester und auch erfolgreichster Vertreter einer Konzentration der 46 In einer zusammenfassenden Vorbemerkung werden die Entwicklungslinien im Hochleistungssport der untersuchten Länder skizziert und Schlussfolgerungen für die Sportförderpolitik in Deutschland gezogen (Anlage 11). 47 Ein zentrales Problem ist dabei die Festlegung eines angemessenen Referenzrahmens für den sportlichen Erfolg. Eine der Fragen ist dabei, welche Ergebnis-Ränge der olympischen Wettbewerbe der Berechnung zugrundgelegt werden sollen; eine weitere Frage ist, auf welche Größen diese Medaillen bzw. Ränge bezogen werden sollen (Bevölkerung, Wirtschaftskraft, Anzahl der Sportler). Alternative Medaillen-Rangfolgen, die von der Royal Statistical Society und Statistikern des Imperial College für den Tageszeitung „The Guardian“ ermittelt wurden, finden sich unter www.guardian.co.uk/sport/datablog/2012/jul/30/olympics-2012-alternative-medal-table. Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 18 Förderung auf ausgewählte Sportarten.48 Die Autoren verweisen aber darauf, dass inzwischen auch andere Länder eine selektive Förderung praktizierten. Eine Ausnahme sei Frankreich, das sich explizit zu einer Förderung aller olympischen Sportarten bekannt habe. Deutlich wird anhand dieser Analyse, dass nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern eine intensive Diskussion darüber geführt wird, in welchem Maß eine Förderung aller olympischen (und paralympischen ) Sportarten angesichts begrenzter finanzieller, institutioneller und personeller Ressourcen auch künftig möglich sein wird. In Deutschland dürfte sich eine enge, rein medaillenorientierte Fokussierung der Förderpolitik vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatte über die Neustrukturierung der Zielvereinbarungen mit den Sportfachverbänden wohl kaum durchsetzen lassen. Vielmehr wird es voraussichtlich darum gehen, das Ziel der Medaillenmaximierung mit den zahlreichen anderen Zielsetzungen49 der Sportpolitik möglichst widerspruchsfrei zu verbinden . 48 Damit verbunden sind die Debatten über Medaillen-Prämien: So gibt es eine große Zahl von NOKs bzw. Ländern, die ihren Olympioniken teilweise sehr hohe Medaillenprämien in Aussicht stellen; besonders markant ist das koreanische System der monatlichen Lebensrente von 680 US-Dollar für Olympiasieger; in Aserbaidschan konnten Goldmedaillengewinner auf nahezu 1 Mio. Dollar hoffen. 49 Gerade die gesellschaftlichen Aspekte des Leistungssports werden in der aktuellen Debatte über die Zukunft der Sportförderung in Deutschland deutlich artikuliert. 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Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 10 - 3000 - 096/12 Seite 24 7. Anlagen – Anlage 1: Übersicht über die Sportfördermittel des Bundes 2011, 2012, 2013. – Anlage 2: Muster Zielvereinbarung Sommersport (DOSB) – Anlage 3: Bundesinnenministerium erteilt in Abstimmung mit DOSB Auskünfte zu den Medaillenzielen – Anlage 4: Antwort der Bunderegierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion “Spitzensportförderung der Bundesregierung” (BT-Drs. 17/9827, 30.05.12) – Anlage 5: Verbandsförderung im olympischen Spitzensport (Konzept Zielvereinbarungen des DOSB) – Anlage 6: Leitfaden DOSB-Olympia-Top-Team 2012: Auf dem Weg nach London (DOSB 2012) – Anlage 7: Olympiaanalyse London 2012: Positionspapier zu internationalen und nationalen Tendenzen auf der Grundlage der Ergebnisse der Olympischen Spiele (IAT/FES 2012). – Anlage 8: Dient unsere Leistungssportförderung den gesellschaftspolitischen Interessen des Landes (DTTB) – Anlage 9: London 2012 – Erste Bewertungen und Schlussfolgerungen (Erklärung des DOSB- Präsidiums nach der 53. Sitzung in Frankfurt am Main, 18. September 2012) – Anlage 10: Arbeitsprogramm des Präsidiums des DOSB für 2011 bis 2014 – Anlage 11: Olympianalyse London 2012 des IAT (Vorbemerkungen)